Wir sollten zukünftiges Leid im Voraus erkennen und vermeiden.
aus dem Buch: Über Freiheit und Meditation – Das Yoga Sutra des Patanjali von T. K. V. Desikachar
Yoga ist in Indien eines der sechs orthodoxen philosophischen Systeme, auch Darshana genannt. Darshana heißt übersetzt soviel wie Sicht, Vision, Begreifen, Schau oder Gesichtspunkt.
Eng ist Yoga mit zwei weiteren Systemen verwandt, dem Samkhya und dem Vedanta.
Vom Samkhya unterscheidet sich der Yoga durch eine theistische Weltsicht und dass er Meditationstechniken erhebliche Bedeutung einräumt. Vom Vedanta: dass für den Yoga die Welt real ist.
Der Verfasser des Klassischen Yogawerkes des „Yoga Sutra“ wird Patanjali genannt.
Zu ihm gibt es keine zuverlässigen Daten. Weder weiß man wann und wo er genau gelebt hat, noch ob er wirklich der Verfasser des gesamten Werkes ist.
Historiker datieren das Entstehen des Yoga Sutra von 200 v. Chr. bis 200 n. Chr., manche gehen noch 200 Jahre weiter. Genau weiß man nur, dass der erste Kommentar zum Werk Patanjalis von Vyasa im 5. Jahrhundert n. Chr. geschrieben wurde.
Patanjali ist auch nicht der Erfinder oder der Schöpfer des Yogas, sondern gleich im ersten Sutra sagt er: „dass er nun das Wissen des Yoga weitergibt, welches er selbst bei einem Meister erworben und studiert hat“
Seine Sutren zeichnen sich durch knappe, konzentriert-komprimierte Merksätze aus.
Erstaunlich erweist sich jedem Studierenden des Yoga Sutra, wie aktuell seine Lehre ist und wie zeitlos.
Im Yoga geht es um unseren Geist und wie er funktioniert. Wie wir Leid im Voraus vermindern können, wenn wir lernen, uns zu konzentrieren und auszurichten.
Jetzt gleich zur Frage, die an dieser Stelle immer wieder im Unterricht kommt:
„Was hat das mit den Körperübungen (Asanas) zu tun, die wir hier im Unterricht üben“?
Wenn wir eine Haltung einnehmen, die für uns im Alltag nicht ganz gewöhnlich ist, und uns auf die Bewegung sowie unsere Atmung konzentrieren, verlassen wir eingefahrene Muster. Wenn wir uns auf das konzentrieren, was wir in dem Augenblick gerade tun, entsteht Entspannung. Deshalb sind die Körperübungen (Asanas) eins der wirkungsvollsten Mittel des Yogas. Diese können als Vorbereitung zu Atemtechniken (Pranayama) und Meditation benutzen werden. So schlägt es Patanjali auch in seinem Werk vor.
Dargestellt wird Patanjali immer in Verbindung mit einer Schlange. Der Schlangenkopf der Kobra ist über seinem Kopf und beschirmt ihn, sein Unterkörper wird als Schlangenkörper dargestellt. Er hält die Hände vor der Brust in der Namaste-Geste oder dem Anjali-Mudra. Die Handinnenflächen berühren sich, die Finger zeigen in Richtung Kopf.
In der Hindu–Mythologie hält die große Schlange Ananta die Erde im Gleichgewicht. Um Patanjali rangt sich ein Mythos, wonach eine Yogini, die strenge Askese übte, sich einen Sohn und Schüler wünschte, dem Sie ihr Wissen weitergeben könne. Sie betete dafür und bekam einen Sohn: Patanjali. Pata bedeutet sich ereignen, sinken, anj steht für schmücken, ehren.
Patanjali ist also jemand, der durch ein Gebet empfangen wurde.
Weiterhin gibt es eine Legende, wonach er als Inkarnation der mystischen Schlange Ananta zum Wohle der Menschheit auf die Welt gekommen sei.
Im Yoga Sutra erwähnt Patanjali diese Qualität von Ananta im Kapitel 2, Sutra 47 :
Hier schreibt er – nachdem er im Kapitel davor beschrieben hat wie ein Asana (eine Körperübung) sein soll: stira sukham asanam, nämlich stabil und leicht –, dass wir uns auf Ananta ausrichten sollen. In diesem Fall wird Ananta mit dem Atem, dem endlosen, gleichmäßig fließenden, gleichgesetzt, in dem wir dem Geheimnis des Lebens näher kommen können.
Patanjali (Bild: Wikipedia)
aus dem Buch: Über Freiheit und Meditation – Das Yoga Sutra des Patanjali von T. K. V. Desikachar
Yoga ist in Indien eines der sechs orthodoxen philosophischen Systeme, auch Darshana genannt. Darshana heißt übersetzt soviel wie Sicht, Vision, Begreifen, Schau oder Gesichtspunkt.
Eng ist Yoga mit zwei weiteren Systemen verwandt, dem Samkhya und dem Vedanta.
Vom Samkhya unterscheidet sich der Yoga durch eine theistische Weltsicht und dass er Meditationstechniken erhebliche Bedeutung einräumt. Vom Vedanta: dass für den Yoga die Welt real ist.
Der Verfasser des Klassischen Yogawerkes des „Yoga Sutra“ wird Patanjali genannt.
Zu ihm gibt es keine zuverlässigen Daten. Weder weiß man wann und wo er genau gelebt hat, noch ob er wirklich der Verfasser des gesamten Werkes ist.
Historiker datieren das Entstehen des Yoga Sutra von 200 v. Chr. bis 200 n. Chr., manche gehen noch 200 Jahre weiter. Genau weiß man nur, dass der erste Kommentar zum Werk Patanjalis von Vyasa im 5. Jahrhundert n. Chr. geschrieben wurde.
Patanjali ist auch nicht der Erfinder oder der Schöpfer des Yogas, sondern gleich im ersten Sutra sagt er: „dass er nun das Wissen des Yoga weitergibt, welches er selbst bei einem Meister erworben und studiert hat“
Seine Sutren zeichnen sich durch knappe, konzentriert-komprimierte Merksätze aus.
Erstaunlich erweist sich jedem Studierenden des Yoga Sutra, wie aktuell seine Lehre ist und wie zeitlos.
Im Yoga geht es um unseren Geist und wie er funktioniert. Wie wir Leid im Voraus vermindern können, wenn wir lernen, uns zu konzentrieren und auszurichten.
Jetzt gleich zur Frage, die an dieser Stelle immer wieder im Unterricht kommt:
„Was hat das mit den Körperübungen (Asanas) zu tun, die wir hier im Unterricht üben“?
Wenn wir eine Haltung einnehmen, die für uns im Alltag nicht ganz gewöhnlich ist, und uns auf die Bewegung sowie unsere Atmung konzentrieren, verlassen wir eingefahrene Muster. Wenn wir uns auf das konzentrieren, was wir in dem Augenblick gerade tun, entsteht Entspannung. Deshalb sind die Körperübungen (Asanas) eins der wirkungsvollsten Mittel des Yogas. Diese können als Vorbereitung zu Atemtechniken (Pranayama) und Meditation benutzen werden. So schlägt es Patanjali auch in seinem Werk vor.
Dargestellt wird Patanjali immer in Verbindung mit einer Schlange. Der Schlangenkopf der Kobra ist über seinem Kopf und beschirmt ihn, sein Unterkörper wird als Schlangenkörper dargestellt. Er hält die Hände vor der Brust in der Namaste-Geste oder dem Anjali-Mudra. Die Handinnenflächen berühren sich, die Finger zeigen in Richtung Kopf.
In der Hindu–Mythologie hält die große Schlange Ananta die Erde im Gleichgewicht. Um Patanjali rangt sich ein Mythos, wonach eine Yogini, die strenge Askese übte, sich einen Sohn und Schüler wünschte, dem Sie ihr Wissen weitergeben könne. Sie betete dafür und bekam einen Sohn: Patanjali. Pata bedeutet sich ereignen, sinken, anj steht für schmücken, ehren.
Patanjali ist also jemand, der durch ein Gebet empfangen wurde.
Weiterhin gibt es eine Legende, wonach er als Inkarnation der mystischen Schlange Ananta zum Wohle der Menschheit auf die Welt gekommen sei.
Im Yoga Sutra erwähnt Patanjali diese Qualität von Ananta im Kapitel 2, Sutra 47 :
Hier schreibt er – nachdem er im Kapitel davor beschrieben hat wie ein Asana (eine Körperübung) sein soll: stira sukham asanam, nämlich stabil und leicht –, dass wir uns auf Ananta ausrichten sollen. In diesem Fall wird Ananta mit dem Atem, dem endlosen, gleichmäßig fließenden, gleichgesetzt, in dem wir dem Geheimnis des Lebens näher kommen können.