Die Forschung unterscheidet drei Hauptphasen der indischen Religionsgeschichte.
Vedismus (ca. 1500 bis 900 v. Chr.), wobei die Vorstellungen und Techniken dominierten, die uns aus den Rig-Veda, Sama-Veda, Yajur-Veda und Atharva-Veda überliefert wurden. Veda heißt “Wissen” und ist die Sammelbezeichnung für diese vier heiligen Schriften.
Brahmanismus (ca. 900 bis 300 v. Chr.), die als Blütezeit der brahmanischen Kultur angesehen wird und sich u. a. in den Upanishaden wiederspiegelt.
Hinduismus (ca. ab 300 v. Chr.), der als vielschichtiger Komplex religiöser Anschauungen und entsprechender Verhaltensweisen bis zum heutigen Tag in unzähligen abgewandelten Formen vorherrscht.
Den Begriff Yoga lernen wir zwar erstmals in den Upanishaden kennen, finden jedoch erste yogische Techniken bereits in der Frühzeit indischer Religionsgeschichte. Dabei wissen wir nicht, ob Yoga bereits in der vorarischen Indus-Kultur (ca. 3000 bis 1800 v. Chr.) bekannt war oder ob einwandernde Arier den Yoga mitgebracht haben.
Rigveda (Bild: Wikipedia)
Die Religionswelt der vedischen Sammlungen ist gekennzeichnet durch Optimismus, Diesseitsbezogenheit und die Projektion irdischer Wünsche auf das Jenseits. Die Menschen dieser Zeit sehnten sich nach Heil auf der Erde und paradiesischem Leben nach dem Tod.
Wir begegnen in den vedischen Schriften außerdem umstrittenen Hinweisen auf die vermeintliche Entdeckung erster Yogis. Allerdings treffen wir yogatypische bzw. yogaähnliche Techniken in der vedischen Zeit eher am Rande oder sogar außerhalb der offiziellen Gesellschaft an, die wohl in erster Linie von frühen Vorkämpfern einer individuellen Heilsuche praktiziert wurden.
Der Yoga etablierte sich erst in der Phase des Brahmanismus in die offizielle Religionswelt Indiens, begründet durch gesellschaftliche Umwälzungen, Kriege, Hungersnöte, Seuchen und die religiöse Emanzipation des Einzelnen.
Quelle: Der Weg des Yoga, Handbuch für Übende und Lehrende
Hrsg.: Berufsverband der Deutschen Yogalehrer, Petersberg 2000, ISBN 3-928632-02-7
Seiten 3 bis 5
Die Forschung unterscheidet drei Hauptphasen der indischen Religionsgeschichte.
Vedismus (ca. 1500 bis 900 v. Chr.), wobei die Vorstellungen und Techniken dominierten, die uns aus den Rig-Veda, Sama-Veda, Yajur-Veda und Atharva-Veda überliefert wurden. Veda heißt “Wissen” und ist die Sammelbezeichnung für diese vier heiligen Schriften.
Brahmanismus (ca. 900 bis 300 v. Chr.), die als Blütezeit der brahmanischen Kultur angesehen wird und sich u. a. in den Upanishaden wiederspiegelt.
Hinduismus (ca. ab 300 v. Chr.), der als vielschichtiger Komplex religiöser Anschauungen und entsprechender Verhaltensweisen bis zum heutigen Tag in unzähligen abgewandelten Formen vorherrscht.
Den Begriff Yoga lernen wir zwar erstmals in den Upanishaden kennen, finden jedoch erste yogische Techniken bereits in der Frühzeit indischer Religionsgeschichte. Dabei wissen wir nicht, ob Yoga bereits in der vorarischen Indus-Kultur (ca. 3000 bis 1800 v. Chr.) bekannt war oder ob einwandernde Arier den Yoga mitgebracht haben.
Rigveda (Bild: Wikipedia)
Wir begegnen in den vedischen Schriften außerdem umstrittenen Hinweisen auf die vermeintliche Entdeckung erster Yogis. Allerdings treffen wir yogatypische bzw. yogaähnliche Techniken in der vedischen Zeit eher am Rande oder sogar außerhalb der offiziellen Gesellschaft an, die wohl in erster Linie von frühen Vorkämpfern einer individuellen Heilsuche praktiziert wurden.
Der Yoga etablierte sich erst in der Phase des Brahmanismus in die offizielle Religionswelt Indiens, begründet durch gesellschaftliche Umwälzungen, Kriege, Hungersnöte, Seuchen und die religiöse Emanzipation des Einzelnen.
Quelle: Der Weg des Yoga, Handbuch für Übende und Lehrende
Hrsg.: Berufsverband der Deutschen Yogalehrer, Petersberg 2000, ISBN 3-928632-02-7
Seiten 3 bis 5